Nachtleben

Es ist mal wieder soweit: Sonntag, nix zu tun, da kann mal ja mal wieder was in die homepage stellen. Dazu ist mir spontan das Nachtleben eingefallen, da das eigentlich unseren Alltag prägt... nach der Uni natürlich! Vor kurzem haben Luisa und ich uns ein kulturelles Highlight angetan. Wir waren im ?grand théatre? und haben uns Lohengrin von Wagner angesehen.

Das grand théatre ist ein Wahrzeichen von Bordeaux (wie der Bauzaun und das Halteverbotsschild eigentlich auch!) und wirklich sehenswert. Nicht nur von aussen beeindruckend, innen ist es, wie man sich so eine Oper vorstellt, Logen mit Gold verziert, Parkett, alte, ebenfalls verzierte Stühle, Orchester vor/unter der Bühne, überall Schnickschnack, nur der Samtvorhang war gefaked. Aber auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Oper war ganz interessant, 4h20 sind natürlich lange, aber die Aufführung war gut, so dass die Zeit ziemlich schnell verging. Luisa und ich hatten einen Platz in einer Loge im 2. Stock, dadurch konnte man das Orchester beobachten, wenn einem langweilig wurde. Was das Orchester angeht, Pauken Trompeten und Posaunen müssen ja Wagner lieben, ich glaube es ist selten, das die soo Gas geben dürfen. Aber das ganze Orchester war sehr gut. Ansonsten ab und zu nach einem Fishermans Friend gekramt, am besten an einer leisen Stelle, da findet man gleich Aufmerksamkeit in der näheren Umgebung...

Ansonsten wohnt jetzt ganz in der Nähe ein Französin, die ich von einem Jugendcamp diesen Sommer kenne: Yasmine (linkes Photo)! Daneben das ist Marie, auch sie war Betreuerin auf dem Camp diesen Sommer. Wir gehen mit Fred und Jorge zusammen (auch bekannt von Sportcamps über die Sportjugend) von Zeit zu Zeit Abends zusammen weg. Ist ein lustiger Haufen. Die Photos von Fred und Jorge folgen noch, die hatte ich zuerst gemacht, die sind noch dem Wurm zum Opfer gefallen. Sehr angenehm ist halt hier, dass man durch Ortsansässige andere Orte sieht, als die, die man als Fremder findet.

Zur ERASMUS-PATEN-AUSTAUSCHSCHÜLER-VERLOSUNG-MIT-WEINEMPFANG und dem anschliessenden Abend gibt es bald einen Bericht auf der ERASMUS-Seite.

Gestern war ich dann mal mit Susan essen. Jeder der mich kennt, weiss, dass ich gerne esse, deshalb muss hier von Zeit zu Zeit das reichhaltige Angebot nutzen. Ausserdem finde ich das total gerechtfertigt, da ich in meinem Zimmer mit einer Kochplatte wirklich nicht viel anfangen kann (was ein Glück esse ich auch gerne Nudeln mit Tomatensauce) und die Mensa ja auch nur die Woche über nützlich ist. Das Essen war auf jeden Fall sehr gut und wir haben noch ein paar nette Restaurants gefunden, die wir mal testen werden. Danach waren wir noch ein Fläschchen Wein in einer sehr netten Kneipe trinken. Die ist auch registriert. Die Kneipen machen hier alle um zwei Uhr zu. Da wollten wir aber noch nicht heim und sind mal Richtung ?Quais? (Kai, Uferstrasse) gelaufen. Da war dann wieder die Hölle los, Stau, Chaos, überall Leute, wie tagsüber halt, nur noch mit ein paar Prostituierten, die an der Uferstrasse stehen. Die Clubs an den Quais haben bis fünf Uhr offen. Vor ein Uhr braucht man da allerdings auch nicht hinzugehen. Nach längerer Suche haben wir dann einen gefunden, der nett war (man zahlt hier nirgends Eintritt, dafür sind die Getränke angeblich teurer, ich fand allerdings die Preise mit den Clubs in Deutschland vergleichbar). Dort haben wir dann erst französische Discogewohnheiten beobachtet und später versucht, uns auf der Tanzfläche zu integrieren. Gegen fünf haben wir uns dann an der Victoire eingefunden, wo Susan den letzten Nachtbus genommen hat. Der kam natürlich zu spät, aber um halb sechs war ich dann auch endlich in meinem Bett. Das Fahrrad, dass ich seit Wochen auf dem Sonntag-Morgen-Markt in Saint-Michel kaufen will, kaufe ich nächste Woche, ganz sicher!!!

Übrigens:

Heute morgen (11h) habe ich den ungewöhnlichen Drang verspürt, meinen frisch erworbenen Langhaarschneider zu rentabilisieren. Spontan habe ich mich für eine Kurzhaarfrisur entschlossen (meine Haare waren schon ziemlich lang), mir meine Büroschere und besagten Langhaarschneider geschnappt und mir mit Hilfe eines kleinen Reise-Rasierspiegels und meines Badezimmerspiegels meine Haare geschnitten. Bin mal auf Rückmeldungen gespannt, aber ich finde es verdammt gut, wie man sieht!!!